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Klimaschutz in Einer Welt
Lesezeit: 3 Minuten

Warum Klimaschutz Menschenrechtsschutz ist und was das mit Eine Welt zu tun hat.

Ein Erfahrungsbericht.

Am vergangenen Samstag war Youth Climate Action Day – rund um die 50 junge Aktivist*innen haben sich über Zoom zusammengefunden, um über die Klimakrise in ihren unendlichen vielen Facetten zu sprechen. Ich war einer dieser jungen Menschen, die dabei waren. Ich möchte in dieser Episode von Ein Blog für Eine Welt also über die Klimakrise sprechen, was das mit Menschenrechten zu tun hat und wie das dann alles in meinem Kopf mit dem Eine-Welt-Gedanken verwoben wurde.

Lasst uns also über die Klimakrise sprechen. Habt ihr schon so oft? Kann man aber nicht oft genug. Gerade nach diesem Event muss ich umso mehr darüber sprechen, weil mir noch einmal bewusst geworden ist, wie breit und vielfältig man über Klimafolgen sprechen muss, wie viele Dimensionen es in der Debatte gibt, die man vorher vielleicht nicht bedacht hat. Reden über Klimaschutz ist eine Never-Ending-Story. Aber es ist eine Geschichte und ein Narrativ, was immer wieder und immer drängender erzählt werden muss. Man müsste ja eigentlich meinen das Offensichtliche muss nicht wiederholt werden. Für einige Politiker*innen da draußen muss es aber scheinbar lieber einmal zu oft als einmal zu wenig wiederholt werden. Der Impulsvortrag von Jakob Nehls ist da in besonderer Weise bei mir hängen geblieben. Gerade wenn es um die Debattenkultur geht. Es geht darum eine Debattenkultur zu initiieren, die von dem gemeinsamen Ziel 1,5 Grad Erderwärmung ausgeht und dann über unterschiedliche Wege dorthin schreitet. Leider zeigt sich hier vermutlich die Krux. Wenn man so oft und so ermüdend darüber streiten muss, ob es den menschengemachten Klimawandel überhaupt gibt oder ob die Weiterführung von fossilen Energieträgern wie der Kohle eine glorreiche Idee sei, dann verliert man das Ziel aus den Augen – und das Ziel ist ja keine nette Kann-Bestimmung, die man auch mal reißen kann, wenn man sich bemüht hat. Wir sind da ja nicht in der Schule – beim Schutz unserer planetaren Lebensgrundlagen gibt es keine zweite Chance. Wir müssen den Diskurs also darauf lenken Irreparables abzuwenden und mit einer gemeinsamen Zielvorstellung in die Diskussion einzutreten. Wie schön das wäre…

Jetzt stand für mich die Qual der Wahl an. Worüber möchte ich mich weiter informieren – ich musste mich für einen Workshop entscheiden. Rassismuskritische Perspektiven auf den Klimawandel, Einführung in die Postwachstumsökonomie, Schreibwerkstatt oder viele andere total spannende Angebote. Ich entschied mich für den Workshop zu Menschenrechten und der Klimakrise. Da kommt jetzt die heutige Überschrift ins Spiel. Warum Klimaschutz Menschenrechtsschutz ist und dass man diese Kategorien eigentlich konsequent zusammendenken müsste, ist mir am Samstag nämlich noch einmal eindrucksvoll bewusst geworden. Diese Verbindung (Klimakrise und Menschenrechte) war mir so noch nicht deutlich – man hört häufig von beidem, manchmal werden diese Konzepte sogar gegeneinander ausgespielt. Dabei werden durch die Klimakrise massenhaft Menschenrechte verletzt oder der Zugang zu ihnen immens erschwert – wir steuern auf eine humanitäre Krise und Menschenrechtskrise hin, wenn wir die Klimafolgen nicht abmildern können – wenn wir nicht konkret handeln, wenn die Politik nicht handelt. Wer sich konsequent den Menschenrechten verschreibt, kann die Folgen der Klimakrise eigentlich nicht unterschätzen – der Zugang zu sauberem Trinkwasser, Nahrungsmittelsicherheit, Zugang zu Bildung und Infrastruktur, die Möglichkeit zu arbeiten unter gerechten Bedingungen – das sind alles Dinge, die durch die Klimakrise und ihre Folgen (Extremwetterereignisse wie Tropenstürme, Waldbrände, etc.), wirklich erschwert werden.

Das alles hat natürlich ganz zwangsläufig etwas mit der Einen Welt zu tun. Besonders perfide ist es ja, wenn man sich anschaut, wer der Verursacher ist und wer die Folgen trägt. Das ist eine unglaubliche Schiefstellung zuungunsten des Globalen Südens, der die Suppe für die Klimaverfehlungen des Globalen Nordens auslöffeln darf. Das ist nicht nur unsolidarisch, sondern auch dramatisch. Das Erreichen des 1,5-Grad-Ziels könnte das Armutsrisiko spürbar senken. Klimaschutz ist also auch eine Art der Promotion für das Erreichen der SDGs und die SDGs sind eng verknüpft mit den Menschenrechten. Gerade deswegen bin ich der Überzeugung, dass gerade auch im Bereich der Eine-Welt-Bewegung 2021 ein entscheidendes und wegweisendes Jahr für eine gemeinsame Mobilmachung im Sinne des Klimaschutzes sein kann. Es gilt Ressourcen zu bündeln, Interessen zu teilen und Verbindungen zu schaffen – ein gemeinsamer, umfassender Kampf für mehr Klimagerechtigkeit ist auch ein Kampf, den es auf entwicklungspolitischer Ebene zu führen gilt.

Auf dass es 2021 gelingt, dass Klimaschutz und Menschenrechte zusammengedacht werden. Sodass gilt: Klimaschutz = Menschenrechtsschutz.

Ganz liebe Grüße und wir lesen uns nächste Woche!

Euer Fabian