ÜBER UNS

Das Eine Welt Forum Düsseldorf e.V. ist ein Netzwerk für Entwicklungszusammenarbeit in Düsseldorf und fördert die Eine Welt Arbeit durch:

  • Vernetzung der Initiativen
  • Mitarbeit in politischen und bürgerschaftlichen Gremien
  • Akquisition von Sponsoren
  • Partizipation in Arbeitsgruppen und Bündnissen
  • Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
  • Kulturkooperationen und Bildungsarbeit

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Das Eine Welt Forum Düsseldorf e.V. wird gefördert durch

das Amt für Umwelt- und Verbraucherschutz der Landeshauptstadt Düsseldorf!

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Ich bin Fan von Näherinnen!

Im letzten Jahr habe ich sehr intensiv zum Thema “Pay your Workers” der Kampagne für Saubere Kleidung gearbeitet. Es wurde darauf aufmerksam gemacht, dass es immer noch erhebliche, ausbleibende Lohnzahlungen für Näher*innen im Globalen Süden gibt. Unternehmen, die über eine immense Marktmacht verfügen und an der Spitze von globalen Lieferketten stehen, haben sich eiskalt aus der Verantwortung gestohlen. Gewerkschaftlichen Organisationen vor Ort wird immer wieder durch perfide Tricks versucht das Handwerk zu legen. Wir haben uns an der Fashion-Revolution-Week beteiligt und haben öffentlich gefragt: “Who made my clothes?” – Wir haben uns für Fair Fashion und gegen Fast Fashion eingesetzt. 

Warum muss der jetzt eigentlich auch noch Fan von Näherinnen sein und warum muss er es erneut betonen? So oder so ähnlich könnte man sich fragen, ich muss leider antworten: Weil es nicht anders geht. Es ist frustrierend , dass so oft auf mangelhafte Arbeitsbedingungen hingewiesen wird und sich trotzdem nichts ändert. Und für die Näher*innen ist es verheerend.

Momentan findet die Fußball-Europameisterschaft statt. Die Christliche Initiative Romero weist mit ihrer aktuellen Kampagne daraufhin, dass die vielen, unzähligen Fanartikel wurden viel zu häufig von Näher*innen aus dem Globalen Süden gefertigt. Manchmal hat man das Gefühl, dass die Schallplatte hängt, wenn man das immer wieder erzählt. Doch wir müssen auch weiterhin genau hinschauen und Missstände benennen. Wir müssen laut sein und noch lauter werden.Arbeitsrechte dürfen gerade während der Pandemie nicht vergessen werden, die Näher*innen müssen fair entlohnt werden, Zwangs- und Kinderarbeit in der gesamten Lieferkette müssen wirksam unterbunden werden. Apropos Lieferkette, ich bin sehr gespannt, welches Fazit wir zum Lieferkettengesetz in einigen Jahren ziehen werden. Eines steht aber schon fest: Die nationale Lösung Deutschlands alleine wird nicht ausreichend, um der globalen Ungleichheit entgegen zu wirken. Sie ist aber ein dringend notwendiger erster Schritt und wir müssen weiter gemeinsam dafür kämpfen, dass Lieferkettengesetz zu stärken 

Ich bin Fan von Näherinnen, weil wir die Arbeits- und Lebensbedingungen vor Ort verbessern müssen. Wer ist aber verantwortlich? Viel zu häufig machen es sich führende Politiker*innen zu einfach und wälzen diese Entscheidung an die Konsument*innen ab. Dabei sind individuelle Konsumentscheidungen nicht des Rätsels Lösung. Es reicht nicht zu hoffen, dass Konsument*innen unter den gegebenen Einflüssen und Rahmenbedingungen plötzlich mehrheitlich fair und nachhaltig kaufen. Damit ist auch den Näher*innen nicht geholfen. Es hilft nicht sinnbildlich auf besser Wetter zu hoffen und untätig zu warten. Auch die gängigen Branchenriesen könnten unter fairen Bedingungen produzieren lassen. Solange es aber keine Konsequenzen für Firmen gibt die unfair produzieren wird genau dies weiterhin passieren. , Näher*innen werden zu einem Hungerlohn ausgebeutet und ethische und moralische Standards stehen Profiten im Weg. Profite, die so nicht erwirtschaftet werden dürften. 

Zum Abschluss möchte ich noch einen Wunsch formulieren: Man kann nicht oft genug auf die Situation der Fabrikarbeiter*innen in der Textilproduktion im Globalen Süden hinweisen. Vor allem auch weil es so wenige Erfolgsgeschichten gibt und weil die Entwicklung phasenweise auch einfach stagniert. Mein FSJ neigt sich dem Ende zu und es wird hier nur noch wenige Blogs von mir geben. Ich wünsche mir, dass mein Nachfolger mehr über Erfolgsgeschichten wird berichten können. Hoffentlich war das kein Utopismus. 

Abpfiff für Ausbeutung! Anstoß für Arbeitsrechte!