ÜBER UNS

Das Eine Welt Forum Düsseldorf e.V. ist ein Netzwerk für Entwicklungszusammenarbeit in Düsseldorf und fördert die Eine Welt Arbeit durch:

  • Vernetzung der Initiativen
  • Mitarbeit in politischen und bürgerschaftlichen Gremien
  • Akquisition von Sponsoren
  • Partizipation in Arbeitsgruppen und Bündnissen
  • Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
  • Kulturkooperationen und Bildungsarbeit

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Das Eine Welt Forum Düsseldorf e.V. wird gefördert durch

das Amt für Umwelt- und Verbraucherschutz der Landeshauptstadt Düsseldorf!

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Diese jungen Leute

Diese jungen Leute – in der Entwicklungszusammenarbeit

Eine jugendliche Momentaufnahme.

Jugendpartizipation ist in jedem gesellschaftlichen Themenfeld wünschenswert. Die Stimmung und Meinung jüngerer Generationen ist in die heutige gesellschaftliche Konsensfindung einzubetten. Diese beiden Grundsätze sollten uns allen nicht erst seit dem jüngsten Urteil des Bundesverfassungsgerichtes in Bezug auf die Klimakrise klar sein – und doch, lohnt es sich immer wieder auf fehlende Beteiligungsstrukturen hinzuweisen, der Jugend eine Stimme zu geben und auch auf sie zu hören. Diese jungen Leute in der Entwicklungszusammenarbeit, einer davon tippt diese Zeilen, zeigen oft klare Kante, haben Haltung und setzen sich für ihre Herzensthemen ein. Was bewegt mich? Was bewegt uns? Wer lässt es zu, dass wir uns bewegen? 

Jugendpartizipation in der Entwicklungszusammenarbeit ist ein Thema. Das muss an dieser Stelle positiv und lobenswert Erwähnung finden. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung hat seit 2019 als erstes Bundesministerium einen eigenen Jugendbeirat, der beratend zu den Themen Menschenrechte, Kinder- und Jugendrechte weltweit arbeitet. Im Landesnetzwerk des Eine Welt Netz NRW gibt es die Open-Globe-Gruppe und eine eigene Promotor*innenstelle für das Junge Engagement, welches besonders gefördert wird. Dies ist enorm wichtig und auch lokal bei uns im Eine Welt Forum Düsseldorf e.V. ist die Jugendpartizipation über das Junge Eine Welt Forum sichergestellt. Jugendpartizipation in der Entwicklungszusammenarbeit lebt, sie muss nur konsequent gedacht, mitberücksichtigt und angewandt werden. Die besten Strukturen helfen nicht, wenn sie sich nicht in Sachpolitik umsetzen lassen.

Moderne Entwicklungszusammenarbeit muss Machtstrukturen deutlicher herausstellen und sichtbarer machen. Moderne Entwicklungszusammenarbeit muss sich kritisch mit der Kolonialgeschichte auseinandersetzen, es müssen dekoloniale und postkoloniale Perspektiven ergriffen und mitbedacht werden. Moderne Entwicklungszusammenarbeit muss vor Ort auf Augenhöhe helfen – sie muss Kompetenzen vermitteln, für Empowerment sorgen und die Unabhängigkeit der Partnerländer in vollem Umfang gewährleisten. Wir müssen weg vom paternalistischen Narrativ der Entwicklungshilfe. Wir müssen weg von einem Verständnis der Entwicklungszusammenarbeit, welches nicht grundsätzlich postkolonial und antirassistisch ist. Moderne Entwicklungszusammenarbeit muss auch den jungen Zeitgeist widerspiegeln. Da sehe ich vor allem Antirassismus und ein entschlossener Umgang mit der Klimakrise. Da sehe ich Strukturen, die auch für Minderheiten empowernd sind. Es kann schließlich nicht sein, dass wir in Deutschland für Gleichberechtigung, Gleichstellung und Feminismus auf die Straße gehen und gleichzeitig kaum Projekte zur wirklichen Gleichstellung im Globalen Süden gefördert werden. Diese Form der Differenzierung können und dürfen wir uns nicht erlauben. Was wir vor Ort hier in Deutschland predigen, muss in der Entwicklungspolitik des 21. Jahrhunderts auch umgesetzt werden. Darauf drängt die Jugend und diese junge Stimme sollte auch gehört werden. 

Die Jugend in der Entwicklungszusammenarbeit begreift die Entwicklungspolitik oft weiter als vorangegangene Generationen. Entwicklungszusammenarbeit geht über das reine Interesse (manchmal auch nur rein touristischer Natur) für ein Land oder eine Region hinaus. Es gibt immer mehr, gerade auch junge Menschen, die sich thematisch engagieren. Wir setzen uns dieses Jahr beim Eine Welt Forum Düsseldorf e.V. für Frauen*rechte weltweit ein. Dabei ist uns wichtig auf lokale und regionale Gegebenheiten hinzuweisen und doch trotzdem auch immer wieder verbindende Elemente zu finden. Frauen*rechte müssen weltweit in den Fokus genommen werden. Dabei können wir dann immer wieder auf regionale und lokale Projekte eingehen – so wird in meinem Verständnis von Entwicklungszusammenarbeit ein Schuh draus.

Entwicklungspolitik wandelt sich, so wie unsere Gesellschaft auch. Partnerschaften auf Augenhöhe sollte es in einer sich immer weiter vernetzenden Welt auch weiterhin geben. Dadurch kann jede*r von jede*m lernen. Wir brauchen eine machtkritische, postkoloniale und antirassistische Entwicklungszusammenarbeit. Alles andere wäre im Jahr 2021 nicht mehr zeitgemäß. Wir brauchen junge und hinterfragende Perspektiven in der Entwicklungszusammenarbeit, damit die junge Generation von heute nicht erst 2040 Gehör findet.